Generikum, oder Original Medikament?

Generikum, oder Original Medikament? auf konsumguerilla.net

Die Krankenkassen sind in den meisten Ländern nicht unbedingt gut bei Kasse. Bekommt man ein Medikament verschrieben, dann kann es sein, dass man in der Apotheke ein Generikum erhält. Eine unscheinbare Verpackung ohne bekanntes Logo und mit dem Namen des Wirkstoffs. Wie kommt es dazu und warum sind Generika so viel günstiger, als das Original Medikament?

Pharmakonzerne

Wenn man von einem Konzern spricht, dann hat man etwas Großes, etwas Mächtiges vor Augen. In kaum einer Branche trifft dieses Bild auf die Konzerne so genau zu, wie in der Pharamabranche. Die Konzern sind allgegenwärtig und ganz offensichtlich zahlt sich das Geschäft mit der Gesundheit so richtig aus. Sieht man sich die Umsatzstatistik der größten Pharmakonzerne an, dann wird man blass. Ganze 52,8 Milliarden Dollar, also 42,7 Milliarden Euro Umsatz hat Pfizer, als Umsatzstärkster Pharmakonzern 2016 gemacht. Fast 331 Milliarden Dollar Umsatz bringen allein die 10 größten Pharmakonzerne. Etwa 43,50 Dollar hat also jeder einzelne Mensch, der auf unserem Planeten lebt an Pfizer, Roche , Sanofi, Merck und all die anderen Pharmariesen bezahlt.

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Umsatz und Gewinn

Natürlich ist der Umsatz noch lange nicht Gewinn und natürlich hat ein Pharmakonzern auch hohe Ausgaben, aber Pfizer hat auch ganze 2,84 Milliarden Dollar Reingewinn erzielen können. Dabei haben bereits viele Manager und Forscher ein schönes Gehalt und sicher die eine, oder andere Prämie verdient und auch alle anderen Ausgaben sind bezahlt. Unterm Strich kann man also davon ausgehen, dass es einem Pharmakonzern nicht schlecht geht. Speziell dann nicht, wenn er ein Medikament entwickelt, das einzigartig ist. Aktuell treibt bei Pfizer Ibrance, ein Mittel gegen Brustkrebs Umsatz und Gewinn ordentlich an. 1998 hate Pfizer ebenfalls eine solche Cashcow an den Start gebracht. Unter dem Namen Viagra wurde der Wirkstoff Sildenafil, den Pfizer zufällig als effektives Mittel gegen Erektionsstörungen entwickelt hatte, zum Zugpferd des Konzerns und war buchstäblich in aller Munde.

Generikum

Ein Pharmakonzern forscht auf eigene Rechnung und entwickelt schließlich einen Wirkstoff, der vielen Menschen bei Problemen, oder der Heilung von Krankheiten hilft. Dass der Konzern, der zuerst die Forschung finanziert hat damit auch Geld verdient ist grundsätzlch völlig in Ordnung. Allerdings ist das in dieser Branche immer eine Gratwanderung zwischen Ethik und Profit. Schließlich verfügt der Konzern über die Möglichkeiten und die Mittel eine Krankheit zu heilen. Da aber Geld verdient werden muss wird das Mittel zu hohen Preisen verkauft. Die Herstellung selbst verursacht die hohen Kosten nicht, aber die Forschung und die sonstigen Aufwendungen in der Entwicklung müssen bezahlt werden. Genau hier setzt ein Generikum an.

Patent

Unangenehm für die einzelnen Betroffenen, aber zumindest eine Möglichkeit für Bedürftige ist das Patentrecht. Betrachtet man das Mittel Viara, bzw. den Wirkstoff Sildenalfil so hatte Pfizer von 1998 bis 2013 exklusive Rechte daran. 24,8 Milliarden Dollar konnte Pfizer damit umsetzen. Danach wurde der Schutz aufgehoben und auch andere Hersteller können heute denselben Wirkstoff vertreiben. Ein Generikum, wie Kamagra Tabletten steht dem ursprünglichen Viagra in nichts nach. Der Wirkstoff und die Dosierung sind ident und auch die Wirkung selbst ist dieselbe. Das Generikum ist also eine günstige Version desselben Medikaments.

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Guter Zweck

Es ist natürlich nachvollziehbar, dass ein Unternehmen seine Ideen und Ergebnisse vermarktet. Kauft eine Fluglinie ein Flugzeug, dann ist es völlig normal, dass sie die Tickets nicht verschenkt, sondern so verkauft, dass Anschaffung und Betrieb bezahlt werden können. Genauso ist es auch mit den Pharmakonzernen. Allerdings lässt sich ein Patent schlichtweg nicht für immer schützen. Das ist unangenehm für den Erfinder, oder Entwickler, aber fair gegenüber der Menschheit. Jemand erfindet ein effizientes Verfahren, oder ein tolles Gerät. Für diese Leistung darf er seine Erfindung jahrelang vermarkten. Danach steht sie der gesamten Menschheit zur Verfügung. So ist sichergestellt, dass der Erfinder nicht zu kurz kommt, die Erfindung selbst aber nach einiger Zeit von allen genutzt werden kann. Das Prinzip ist fair und sinnvoll.

Gesundheit

Auch in der Gesundheit sind wir heute auf die Forschungsergebnisse angewiesen. Irgendwo wird die Wirkung eines Stoffes entdeckt und das aufwändige Verfahren zur Zulassung eines Arzneimittels durchlaufen. Der Lohn für die Mühen sind die Umsätze und Gewinne, die man mit dem Vertrieb generiert. Nach ein paar Jahren steht der Wirkstoff dann allen anderen Herstellern zur Verfügung. Die Idee, oder besser das Ergebnis der Forschung kann dann auch von anderen genutzt werden. Die Aufwände für die Entwicklung sind zu diesem Zeitpunkt mehr als abgegolten und der Pharmakonzern konnte sich schon lange mit der Entwicklung neuer Arzneien beschäftigen.

Der Wirkstoff aber kann nach dieser Phase weltweit günstig produziert und für wenig Geld verkauft werden. Wer bei einem Generikum also annimmt, dass es schlechter wäre, als das Original Medikament, der irrt gewaltig. Tatsächlich ist es völlig ident. Sollte sich jemand Sorgen um die Pharmakonzerne machen und meinen, dass ihre Idee gestohlen wurde, der sollte sich die Umsatzstatistik nocheinmal ansehen. Die Aufwände sind mehr als abgegolten, wenn ein Generikum auf den Markt kommt.

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